Infoabend „Windkraft für Löhnberg“

Infoabend zur Windkraft: Fakten statt Mythen

Rund 100 Interessierte informierten sich am 16. Januar 2026 ab 19 Uhr bei einer Veranstaltung zur Windenergie in Löhnberg. Durch den Abend führte Florian Langner vom Ortsverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der die drei Referenten Herbert Schuld, Herrmann Maxeiner und Johannes Thor vorstellte.  

Mit einem Impulsvortrag unter dem Titel „Energiewende – Warum?“ machte Ingenieur Johannes Thor den Zusammenhang zwischen steigendem CO₂-Ausstoß, Temperaturanstieg und Klimawandel eindrücklich deutlich. Die Windkraft sei dabei eine unverzichtbare Säule der Energiewende.

Anschließend sprach Herrmann Maxeiner, stellvertretender Vorsitzender des BUND Limburg-Weilburg und ehedem Mitglied des Landesvorstandes, über Windenergie und Artenschutz. Er betonte, dass es zwar klare Restriktionsflächen wie Nationalparks gebe, der Bau von Anlagen im hessischen Wirtschaftswald, bei sorgfältiger Planung, jedoch vertretbar sei. Wissenschaftliche Daten zeigten, dass Windräder keine maßgebliche Gefahr für Vögel und Fledermäuse darstellten.

Die finanziellen Aspekte wurden von Herbert Schuld beleuchtet, der die Windkraft in Mengerskirchen seit Jahren begleitet. Sein Fazit: Wenn Bürger durch Bürgerbeteiligung und Gemeinden durch Pacht und Steuereinnahmen finanziell profitieren, steigt auch die Akzeptanz für Windkraftanlagen in der Umgebung.

In der sich den Vorträgen anschließenden Fragerunde wurden zahlreiche Bedenken aufgegriffen. Johannes Thor, ausgebildeter Tontechniker und Akustiker, entkräftete Sorgen zum Infraschall: Messungen zeigten, dass relevante Belastungen vor allem durch Wind und Verkehr entstehen, nicht aber durch moderne Windenergieanlagen. Auch negative Auswirkungen auf Immobilienpreise oder Tourismus konnten aus Erfahrungen in Mengerskirchen und Kirberg nicht bestätigt werden.

Weitere Fragen befassten sich mit Ausgleichsmaßnahmen, dem Rückbau, dem Trinkwasserschutz und der möglichen Lärmbelastung durch Windkraftanlagen, für die strenge gesetzliche Vorgaben gelten. So betrage der Flächenbedarf rund 0,4 Hektar je Anlage, der spätere Rückbau werde durch finanzielle Bürgschaften abgesichert. Verlässliche Angaben zu möglichen seien aber erst nach einer Grundsatzentscheidung zur Windkraft nach der Wahl am 15. März möglich. Des Weiteren formulierten einige Anwesende die Sorge, beim Bürgerentscheid über einen noch unklaren Planungsstand abstimmen zu müssen. Markus Hardt, vom Ortsverband  BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, äußerte dafür Verständnis, erklärte aber, dass Energieunternehmen erst dann in detaillierte Planungen und die Festlegung endgültiger Standorte investierten, wenn die politischen Voraussetzungen für einen Bau vorlägen. Im Anschluss nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit zu Gesprächen an den Infotischen. Der Abend lieferte zahlreiche Informationen und trug zu einer weiteren Versachlichung der Diskussion bei.

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